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In verschiedenen Medien wurde seit Montag, dem 1. August 2011, über hohe Strahlenwerte in Fukushima Daiichi berichtet. Die GRS hat diese Entwicklung zum Anlass genommen, folgende Informationen zusammenzustellen:
Der Betreiber TEPCO hat die Messungen der Radioaktivität auf dem Anlagengelände und in den Anlagen fortgesetzt und auch Orte untersucht, die bisher offenbar noch nicht berücksichtigt worden waren. Nach TEPCO-Informationen wurde am 31. Juli 2011 der Abluftkamin für die Blöcke 1 und 2 mit einem Gamma-Scan untersucht. An zwei Stellen zeigten die Scans einen hohen Strahlenpegel.

Mit einem Teleskopdetektor wurde am darauffolgenden Tag, um 14:30 Uhr, die Dosisleistung an einer vom Abluftkamin abzweigenden Rohrleitung gemessen.

Das Messinstrument zeigte laut TEPCO eine Oberflächendosisleistung von über 10 Sv/h (= 10.000 mSv/h). Die Einbindung der Rohrleitung in den Abluftkamin befindet sich nah über dem Erdboden. Es wurde daher ein Sperrbereich eingerichtet und es sind Maßnahmen zur Abschirmung vorgesehen.
Nach Presseangaben (NHK) waren drei Mitarbeiter an der Messung beteiligt. Der Mitarbeiter, der die Messung mit einem 3 m langen Teleskopdetektor ausführte, war an seinem Standort einer Dosisleistung von 40 mSv/h ausgesetzt.
Die gemessene Dosisleistung von mehr als 10 Sv/h ist die bislang höchste gemessene Dosisleistung außerhalb der Reaktorgebäude in Fukushima Daiichi. Nach Presseangaben (NHK) wurde die Rohrleitung, die zu dem Abluftkamin führt, für die Druckentlastung (Venting) des Sicherheitsbehälters von Block 1 am 12. März 2011, einen Tag nach Erdbeben und Tsunami, genutzt.
Am 2. August 2011, hat laut Informationen von TEPCO ein Mitarbeiter in einem Raum auf dem zweiten Stockwerk im Verbindungsgebäude zum Maschinenhaus von Block 1 ebenfalls eine hohe Strahlung gemessen. Der Raum, als „train room for the emergency gas treatment system“ bezeichnet, wies eine Ortsdosisleistung (ODL) von über 5 Sv/h auf. Laut einer Pressemeldung könnte der Wert noch höher liegen, weil das benutzte Messgerät seinen maximalen Anzeigewert erreicht hatte. Nach Informationen von TEPCO verlaufen in diesem Raum Rohrleitungen, die nach dem Unfall zur Druckentlastung (Venting) des Sicherheitsbehälters von Block 1 genutzt wurden. Der Raum wurde vom Betreiber gesperrt und TEPCO erwägt gegenwärtig, Maßnahmen zur Abschirmung zu ergreifen. Die hohen Strahlenwerte sollen keinen Einfluss auf die laufenden Arbeiten haben, die zum Beispiel der Kühlung der Reaktoren dienen.
Aktuellen Medienberichten zufolge will der Betreiber TEPCO in den kommenden Tagen erneut Messungen an den bisher gemessenen Stellen durchführen, um die dort ermittelten Mindestwerte nochmals zu überprüfen.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind die am Kamin und im Raum des Maschinenhauses gemessenen ODL auf die von kontaminierten Flächen ausgehende Direktstrahlung zurückzuführen, deren Intensität mit zunehmender Entfernung von der Strahlenquelle stark abnimmt. Dementsprechend ist nach den derzeit vorliegenden Informationen nicht davon auszugehen, dass es in jüngerer Zeit erneut zu größeren Freisetzungen radioaktiver Stoffe in die Luft gekommen ist. Diese Annahme beruht auf den Daten der Messungen der ODL auf dem Gelände des Kernkraftwerks (gemessen von stationären Messeinrichtungen, die sich in größerer Entfernung auf dem Anlagengelände befinden; siehe die beigefügten Messwerte vom 28. Juli bis 4. August 2011) und jenen des staatlichen Messnetzes über die ODL in den umliegenden Präfekturen: Keine der Datenquellen zeigen signifikante Änderungen der ODL an; solche Änderungen wären jedoch im Fall einer erneuten größeren Freisetzung in die Luft zu erwarten.