Radon (Rd)

18.10.2010

Radon (Rd)

Der Mensch ist seit jeher verschiedenen Arten von natürlicher Strahlung ausgesetzt. Der größte Anteil der natürlichen Strahlung geht dabei vom Edelgas Radon (Rn) aus. Radon kommt fast überall auf der Welt vor und entsteht als Zerfallsprodukt der beiden in der Natur vorkommenden Elemente Uran und Thorium.

 
Eigenschaften von Radon
Radon ist ein nicht brennbares, radioaktives Edelgas. Da Radon geruch-, farb- und geschmacklos ist, lässt es sich vom Menschen nicht ohne weiteres wahrnehmen. Bestimmte Messverfahren erlauben jedoch eine Bestimmung der Radonkonzentration außerhalb und innerhalb von Gebäuden.

In jeder der drei natürlichen Zerfallsreihen der Elemente Uran und Thorium existiert ein Radonisotop.

 

1) Rn-222 mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen aus der Uran-238-Zerfallsreihe
2) Rn-220 mit einer Halbwertszeit von 55 Sekunden aus der Thorium-232-Zerfallsreihe
3) Rn-219 mit einer Halbwertszeit von 4 Sekunden aus der Uran--235-Zerfallsreihe

 
Die kurzen Halbwertszeiten der beiden letzt genannten Isotope machen eine Wanderung weg vom Ort der Entstehung fast unmöglich. Dagegen kann Rn-222 aufgrund seiner längeren Halbwertszeit deutlich weiter wandern und z. B. entlang von Rissen aus dem Untergrund in Häuser gelangen.

 

Radon zerfällt in die festen radioaktiven Zerfallsprodukte Polonium, Blei und Wismut und schließlich zum stabilen, nicht radioaktivem Blei.

 

Über die Atmung nimmt der Mensch Radon und seine Zerfallsprodukte auf. Dies führt zu einer internen Strahlenexposition insbesondere der Lunge führt und kann Krebserkrankungen begünstigen. Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge nimmt das Risiko für Lungenkrebserkrankungen ab Konzentrationen von 100-200 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) Raumluft zu.

 

Welchen Beitrag leistet Radon zur natürlichen Strahlenexposition?
Der Anteil von Radon an der natürlichen Strahlung schwankt je nach geologischen Gegebenheiten von Region zu Region. Im Durchschnitt lässt sich in Deutschland unter freiem Himmel eine Radonkonzentration von 9 Bq/m3 messen. In manchen Gegenden können auch deutlich höhere Werte gemessen werden. In deutschen Wohnungen liegt der Mittelwert der Radonkonzentration bei 50 Bq/m3; wobei auch bereits Höchstwerte von über 10.000 Bq/m3 gemessen wurden (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz).

 

Insgesamt sind die Menschen in Deutschland durch die natürliche Strahlung einer effektiven Dosis von durchschnittlich 2,1 Millisievert (mSv) pro Jahr ausgesetzt. Alleine die Zerfallsprodukte von Radon verursachen für den Menschen unter durchschnittlichen Bedingungen eine Strahlungsdosis von 1,1 mSv pro Jahr. Von Radon geht damit der weitaus größte Anteil der natürlichen Strahlung aus. Neben Radon setzt sich die natürliche Strahlung unter anderem aus der direkten terrestrischen Strahlung (0,4 mSv/Jahr) und der kosmischen Höhenstrahlung (0,3 mSv/Jahr) zusammen (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz).

 

Das Thema Radon in der GRS
Die GRS untersucht und bewertet den Strahlenschutz bei erhöhter natürlicher radioaktiver Strahlung. Sie führt in diesem Zusammenhang radioökologische Untersuchungen und Berechnungen zur Freisetzung natürlicher Radionuklide aus sogenannten NORM (naturally occurring radioactive material) und deren Ausbreitung in der Umwelt durch.
Bei der Ermittlung der Strahlenexposition des Menschen im Beruf, beim Transport oder infolge der Verwertung oder Beseitigung radioaktiver Stoffe berücksichtigt die GRS auch die Strahlenbelastung durch Radon. Die Strahlenbelastung durch Radon an Arbeitsplätzen hat sie beispielsweise in Wasserwerken berechnet und radiologisch bewertet. Arbeiten der GRS zur Sanierung von Hinterlassenschaften des früheren Uranerzbergbaus und der -aufbereitung beziehen Radon ebenfalls ein.

 

 Mehr zum Thema
Radon-Handbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Informationen vom BfS zu Radon